Wenn der Rabe schreit, stirbt mein Baby
Mein Name ist Clara Beaumont. Vor drei Jahren habe ich in die prominente Sterling-Familie der Ostküste eingeheiratet. Ich war zweimal schwanger, aber keines meiner Kinder hat überlebt. Das war alles dem Albino-Raben ihrer Familie zu verdanken – einer Kreatur, die sie als Orakel verehrten.
Beim ersten Mal, als ich schwanger war, besuchte ich ihr Anwesen, und der Rabe kreischte kläglich in Richtung meines Bauches.
Beim zweiten Mal geschah dasselbe. Er starrte mit seinen blutroten Augen intensiv auf meinen Unterleib und stieß denselben schaurigen Schrei aus.
Ich dachte, es wäre nur ein bizarrer Zufall, aber zu meinem Entsetzen deuteten mein Schwiegervater Alistair und meine Schwiegermutter Beatrice die Schreie des Raben als dunkles Omen. Durch psychische Qualen und groteske Rituale zwangen sie mich zu einer Fehlgeburt nach der anderen.
Ich zeigte ihnen sogar die Berichte des Arztes, die bewiesen, dass das Baby vollkommen gesund war, und flehte sie an, aufzuhören.
Aber sie sperrten mich in einem Zimmer ein und rissen meine Kinder trotzdem aus meinem Leib.
Als ich zum dritten Mal schwanger wurde, war ich außerordentlich vorsichtig.
Ich ging direkt zur nicht-invasiven Pränataldiagnostik. Der Bericht bestätigte, dass das Baby gesund war und zeigte sogar eine 99,9%ige DNA-Übereinstimmung mit meinem Ehemann Julian.
Ich dachte, diesmal würde alles gut werden. Aber in dem Moment, als der Rabe mich sah, stieß er denselben Schrei aus.
Genau wie zuvor setzten die Sterlings sofort dazu an, den sogenannten "Willen des Orakels" auszuführen.
Ich konnte es nicht verstehen. Das Baby war eindeutig gesund, und der DNA-Bericht bewies, dass es Julians war. Warum würden sie dem Gekrächze eines Vogels mehr vertrauen als der Wissenschaft, mehr als ihrem eigenen Fleisch und Blut, und mich zwingen, noch ein Kind zu opfern?